Der Energieausweis für Gebäude

Energieausweis
Der bedarfsbasierte Energieausweis gemäß Kabinettsbeschluss zur EnEV 2007 (Quelle: dena)
Anders als bei Autos oder Haushaltsgeräten wissen Käufer oder Mieter von Wohnungen und Häusern nur wenig über deren Energiebedarf. Objektive Informationen sind Mangelware, Vergleichsmaßstäbe fehlen.

Die Europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verpflichtet alle Mitgliedsstaaten einen Energieausweis für Gebäude einzuführen. Der Energieausweis informiert Verbraucher objektiv, zeigt Einsparpotenziale auf und ermöglicht es, die energetische Qualität von Häusern bundesweit unkompliziert zu vergleichen.

Warum ein Energieausweis?

In privaten Haushalten stellen die Heizkosten den größten Anteil an den Betriebskosten. Noch immer wird in Deutschland ein Drittel des gesamten Primärenergieverbrauchs für die Raumheizung und Warmwasserbereitung aufgewendet.

Woher kommen die Daten für einen Energieausweis?

Energiehaus
Es gibt zwei Wege, einen Energieausweis auszustellen: Auf Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder auf Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs. Beide Varianten haben ihre Voreile. In der Verordnung ist vorgesehen, dass nur für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 gebaut wurden, ein Energieausweis nach dem berechneten Bedarf ausgestellt werden muss. Eigentümer von allen anderen Gebäuden können zwischen beiden Varianten wählen.

Für einen Energiebedarfsausweis geht ein ausgebildeter Energieberater durch das Gebäude und berechnet anschließend auf Grundlage der Abmessungen und Qualität der Bauteile, der Heizungsanlage und der Art der Warmwasserbereitung den Primärenergiekennwert. Er geht dabei von einem durchschnittlichen Nutzerprofil und durchschnittlichen Witterungsverhältnissen aus.

Soll ein Energieausweis auf Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs ausgestellt werden, so benötigt der Energieberater lediglich die Jahresendabrechnungen von drei Jahren und die Wohnfläche des Gebäudes. Der daraus berechnete Wert muss auf durchschnittliche Witterungsverhältnisse hochgerechnet werden, auch sind leerstehende Wohnungen herauszurechnen. Im Falle von nichtleitungsgebundenen Energieträgern wie Heizöl oder Holzpellets muss die verbrauchte Energiemenge für drei ganze Jahre ermittelt werden. Der Aufwand für diesen Ausweis ist etwas geringer, deshalb wird er preislich günstiger ausfallen. In den Kennwert fließt jedoch – bei kleineren Gebäuden – das unterschiedliche Heizverhalten der Bewohner ein. Auch bei der Ausstellung eines Energieverbrauchsausweises hat der Kunde Anspruch auf Modernisierungsempfehlungen.

Was kostet ein Energieausweis?

Kosten Energieausweis
Aufgrund des Aufwands für das Ausstellen des Ausweises fallen Kosten an. Bei vielen Kommunen, Energieversorgern oder Landeseinrichtungen gibt es aber Förderprogramme, über die Energieausweise vergünstigt finanziert werden können. Da der Energieausweis ein Marktinstrument ist, wird der Preis sich am - teilweise sehr lokalen - Markt orientieren. Die Bundesregierung nennt zurzeit Preise ab 40 – 60 Euro für einen Verbrauchsausweis und 80 – 120 Euro für einen Bedarfsausweis für kleine Gebäude, wenn Gebäudepläne vorhanden sind und der Eigentümer sich an der Datenaufnahme beteiligt. Die Preise variieren vor allem in Abhängigkeit von der Gebäudegröße, dem Gebäudetyp und dem Zeitaufwand bei der Gebäudedatenaufnahme.

Kann ich mir jetzt schon einen Energieausweis ausstellen lassen?

Das können Sie. Der Energieausweis ist auch dann interessant, wenn Sie z. B. Ihre Immobilie gerade frisch modernisiert haben und neu vermieten oder verkaufen wollen. Um eine hohe Qualität und die Vergleichbarkeit der Energieausweise untereinander zu gewährleisten, dürfen sie nur von ausgebildetem Fachpersonal ausgestellt werden. Mittlerweile gibt es in Deutschland schon mehrere tausend Stellen.

Wie groß das Interesse ist, zeigt die Nachfrage nach dem freiwilligen und bedarfsbasierten dena-Energieausweis und die Suche nach qualifizierten Energieberatern in der Aussteller-Datenbank der dena. Über 100.000 Suchanfragen verzeichnet sie im Monat. Hier sind inzwischen 18.000 qualifizierte Energieberater aus dem ganzen Bundesgebiet gelistet, die den    dena-Energieausweis ausstellen dürfen.

Schon heute können Kunden der Energieversorgung Beckum für ihr Gebäude einen Energieausweis erhalten:
Die dena informiert zum Gebäudeenergieausweis nicht nur im Internet unter www.dena-energieausweis.de, sondern auch über die kostenfreie dena-Energie-Hotline unter Tel.: 08000736734 oder info@dena.de. Über 2.000 Anrufe allein zum Thema Energieausweis gehen hier jeden Monat ein, die von geschulten Ingenieuren und Energie-Experten beantwortet werden.

Weitere Informationen im Internet

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung in Köln informiert Sie ausführlich über noch mehr Möglichkeiten in Sachen Engergieausweis.

Ein Energieberater vor Ort kann z. B. Eigentümern im Rahmen einer ausführlichen Beratung einen Ausweis zu einem geringen Aufpreis anbieten. Das hat den Vorteil, dass die energetische Qualität eines sanierten Gebäudes zeitnah dokumentiert ist.

www.energieausweis-vorort.de

Weiter Informationen bei der evb Energieberatung

evb Beckum
Die Energieversorgung Beckum gehört der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) an. Sie ist ein Fachverband mit 220 kommunalen Energieversorgungsunternehmen. Ziel der ASEW ist die Förderung rationeller, sparsamer und umweltschonender Energie- und Wasserverwendung.
Unsere Berater geben Ihnen gerne nähere Auskünfte:

 Ralf Feldhaus
Andreas Raida