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Interview mit Dr. Dierich – Geschäftsfüher der evb

Stromanbieter, wie Stromio, haben zuletzt Kunden die Belieferung mit Verweis auf die hohen Preise aufgekündigt. In einem solchen Fall rutschen die Kunden in die sogenannte Ersatzversorgung, die der örtliche Grundversorger leistet. Wie viele Kunden hat die evb aus diesem Grund jeweils für Strom und Gas neu aufgenommen?

An den Energiebörsen sind die Preise so hoch wie nie zuvor seit der Liberalisierung. Das macht insbesondere die Geschäftsmodelle von Billiganbietern, die bisher auf einen eher kurzfristig-spekulativen Einkauf setzten, unlukrativ. Immer mehr kündigen ihren Kunden die Verträge oder stellen die Belieferung ein, wie jüngst der Gasanbieter gas.de oder Stromanbieter stromio. Aus unserer Sicht ist dieses Verhalten unseriös. Denn diese Anbieter setzen ihre Kunden buchstäblich auf die Straße, um die eigenen Erträge zu sichern. Als Grundversorger ist es unsere Aufgabe, die betroffenen Kundinnen und Kunden aufzufangen und ersatzweise mit Energie zu versorgen. Wir nehmen diese Verantwortung sehr ernst und sind grundsätzlich darauf eingestellt, zusätzliche Kunden aufzunehmen. Denn wir haben eine andere Einkaufsstrategie als Billiganbieter und kaufen Energie langfristig über Jahre im Voraus in Tranchen ein. In letzter Zeit war der Andrang allerdings ungewöhnlich groß: Circa 1.000 zusätzliche Kunden versorgen wir derzeit aufgrund von Kündigungen anderer Anbieter. Kein Unternehmen kann sich auf einen so schnellen, großen Kundenzustrom vorbereiten. Die zusätzlichen Mengen an Energie müssen wir zu den aktuell sehr hohen Preisen am Markt beschaffen. Die Kosten dafür sind aber durch die Preise unserer Produkte nicht gedeckt.

 

Innerhalb welchen Zeitraums können die Neukunden ihren Grundversorger-Vertrag bei der evb kündigen und wieder wechseln? Wie versucht die evb, diese Kunden zu halten?

Kunden, die von einem Versorger zu uns wechseln, der die Belieferung eingestellt hat, werden von uns automatisch in der Ersatzversorgung mit Strom und Gas versorgt – das ist gesetzlich so geregelt. Hiermit kommen wir unserer Verantwortung, jeden in Beckum mit Energie zu versorgen.

Die Ersatzversorgung ist, wie der Name schon sagt, nur vorübergehend (längstens 3 Monate). Aus diesem Grund kann man auch jederzeit wechseln -bei uns in einen anderen Tarif oder zu einem Wettbewerber. Kunden, die lieber die Flexibilität der Grundversorgung mit einer 14-tägigen Kündigungsfrist nutzen möchten, wechseln dann in den Grundversorgungstarif.

Aufgrund der starken Verwerfungen am Markt haben viele Stadtwerke vorübergehend keine Neukunden in langfristigen Tarifen annehmen können. Das ist leider jetzt im Moment auch bei uns nicht möglich. Aber es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme.

Wir denken, dass wir schon in wenigen Wochen unsere Tarife wieder für alle Kunden anbieten können. Jeder, der bei uns in der Grund- bzw. Ersatzversorgung landet, erhält einen Brief, in dem wir ihn über die aktuelle Situation und die Möglichkeiten informieren.

 

Wie geht die evb mit der Marktsituation mit deutlich erhöhten Preisen um? Muss die evb wegen der Neukunden mehr Strom und Gas einkaufen? Wenn ja, belastet das die Bestandskunden mit?

Unsere Bestandskunden werden durch die zahlreichen insolventen Discounter und extrem hohen Preise im November und Dezember nicht belastet – das wäre unfair.

Hier muss man etwas differenzieren: Auf die seit Jahren steigenden Marktpreise haben wir im ersten Schritt reagiert, indem wir unsere Preise für Bestandskunden zum Jahreswechsel angepasst haben. Dabei haben wir mit spitzem Bleistift kalkuliert – keinesfalls möchten wir die aktuelle Situation zu unseren Gunsten ausnutzen, sondern unsere Kunden weiterhin zu fairen Konditionen sicher und partnerschaftlich beliefern. Hier hat uns unseres langfristige und risikoaverse Beschaffungsstrategie geholfen.

Für Neukunden mussten wir tatsächlich und müssen wir – wie oben geschildert – aufgrund des großen Neukundenzulaufs in der Grundversorgung größere Mengen an Energie als geplant zu den aktuell sehr hohen Preisen am Markt beschaffen. Diese hohen Einkaufspreise bilden sich dann in den Preisen für Neukunden ab.

 

Beim Vergleichsportal check24 schneidet die evb im Vergleich zu anderen Anbietern eher schlecht ab (rund 30 Prozent teurer als der billigste Anbieter). Was sind Gründe, sich trotzdem für die evb zu entscheiden?

Das Gegenteil ist der Fall: alle Bestandskunden aus 2021 zahlen mindestens 25 % weniger als der derzeit günstigste Wettbewerber bei Verivox.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Strategien von Billiganbietern nicht aufgehen. Viele gehen buchstäblich in die Knie angesichts der aktuellen Marktpreise. Dieses spekulative Verhalten geht zulasten der Solidaritätsgemeinschaft der Grundversorger, und Vergleichsportale unterstützen dies. Wir sind der Meinung, dass die Politik durch entsprechende Regelungen solchen Mechanismen Einhalt gebieten sollte. Bei Grundversorgern, wie der evb liegt der Fokus auf Versorgungssicherheit. Wir können es uns nicht leisten, unsere Kunden im Stich zu lassen und müssen daher auch darauf achten, dass wir wirtschaftlich bleiben. Bei uns bekommen Kundinnen und Kunden langfristige Verträge zu fairen Preisen.

Zusätzlich bieten mit der evbBonuswelt unseren treuen Kunden attraktive Vorteile und Rabatte.

 

Wann können Kunden mit einer Beruhigung des Marktes und einem Rückgang der Energiepreise rechnen?

Tatsächlich kann niemand genau sagen, wie sich der Markt in der nächsten Zeit entwickelt. Ein Teil der Herausforderung ist das Verhältnis zu Russland, das zeigen uns derzeit die täglichen Nachrichten. Allerdings sind wir zuversichtlich, dass sich die Märkte wieder etwas beruhigen werden.

Aber auch wenn die extremen Preisanstiege vorübergehend sind: Langfristig zeichnet sich die Entwicklung ab, dass Energie tendenziell teurer wird.

Es ist daher für uns selbstverständlich, auch Preise der Grundversorgung für Neukunden regelmäßig zu überprüfen. Hier wird es in den nächsten Wochen sicherlich zu einer Preissenkung kommen, sofern sich das aktuelle Marktniveau stabilisiert.

 

Bildquelle: Herr Biefang – die Glocke vom 18.01.2022

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